2. Lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung ab 50, 60 oder 70?
Die Antwort hängt weniger vom Geburtsjahr ab als vom Zahnstatus und vom gewählten Tarif. Trotzdem unterscheiden sich die Bedingungen je nach Altersgruppe erheblich. Wer die Frage stellt, ob sich eine Zahnzusatzversicherung ab 50 noch lohnt, bekommt in der Regel die beste Ausgangslage: niedrige Beiträge, volle Tarifauswahl und kaum Ablehnungen.
Ab 50: Die günstigste Option
Lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung mit 50 Jahren? In den meisten Fällen ja. Die Beiträge sind noch moderat. Bei der Stuttgarter Smile ZahnKomfort 80 zahlen 50-Jährige beispielsweise 25,10 Euro im Monat. Das ergibt rund 300 Euro im Jahr. Schon eine einzelne Kronenbehandlung mit einem Eigenanteil von 600 bis 700 Euro übersteigt die Jahresbeiträge deutlich.
Drei Gründe sprechen dafür, nicht zu lange zu warten. Erstens: Die Leistungsstaffel begrenzt die Erstattung in den ersten vier bis fünf Jahren. Wer früh abschließt, hat vollen Versicherungsschutz, wenn er ihn braucht. Zweitens: Bereits angeratene Behandlungen sind bei keinem Tarif versicherbar. Solange der Zahnarzt keine Diagnose gestellt hat, ist der Schutz für künftige Behandlungen gesichert. Drittens: Viele günstige Tarife setzen Gesundheitsfragen voraus. Wer noch keine Vorerkrankungen hat, bekommt Zugang zu den günstigsten Tarifen. Mit Parodontitis oder mehreren fehlenden Zähnen bleiben oft nur teurere Alternativen.
Ab 60: Höhere Beiträge, aber noch gute Auswahl
Ob sich eine Zahnzusatzversicherung ab 60 lohnt, fragen sich viele Rentner. Die Beiträge liegen dann zwischen 45 und 97 Euro monatlich, je nach Tarif und Leistungsumfang. Vier von fünf geprüften Premium-Tarifen haben kein Höchsteintrittsalter. Nur die Allianz begrenzt den Zugang auf maximal 62 Jahre. Beachten Sie die Leistungsstaffel: Im ersten Vertragsjahr erstatten die meisten Tarife zwischen 1.000 und 1.500 Euro. Wer kurz nach Abschluss einen teuren Eingriff plant, bekommt in den ersten Jahren nicht alles erstattet.
Ab 70: Eingeschränkt, aber möglich
Lohnt sich eine Zahnzusatzversicherung mit 70 Jahren noch? Pauschal lässt sich das nicht beantworten. Die Tarifauswahl schrumpft, und die Beiträge steigen. Bei der Nürnberger Komfort 100 zahlen 71-Jährige 88 Euro im Monat, also 1.056 Euro im Jahr. Dem gegenüber steht ein möglicher Eigenanteil von 1.900 bis 2.100 Euro für ein einzelnes Implantat. Wer einen größeren Eingriff erwartet, kann die Beiträge innerhalb weniger Jahre wieder hereinholen.
Rechenbeispiel: Krone mit der Stuttgarter
Ein 68-jähriger Versicherter benötigt eine Krone. Die Gesamtkosten betragen 1.200 Euro, der GKV-Festzuschuss rund 500 bis 600 Euro. Ohne Versicherung bleibt ein Eigenanteil von 600 bis 700 Euro. Die Stuttgarter erstattet 80 Prozent davon, also 480 bis 560 Euro. Der verbleibende Eigenanteil sinkt auf 120 bis 140 Euro. Bei einem Monatsbeitrag von 45,20 Euro und einem Jahresbeitrag von rund 542 Euro ist der Break-Even bereits mit einer Kronenbehandlung pro Jahr erreicht.
Quellen:
Stiftung Warentest